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Eine etwas andere Reise durch Neuseeland

Naturschutz in Neuseeland

Die Neuseeländer sind sehr engagiert im Bezug auf den Artenschutz, bzw. den Schutz der heimischen Flora und Fauna. Die resultiert auch aus der Geschichte des Landes. Verschiedene Eindringlinge bedrohen die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands, wie zum Beispiel das Possum. Es kommt ursprünglich aus Australien und frisst in seiner eigentlichen Heimat fast ausschließlich Blätter. Allerdings wurde es im Zuge der Pelztierzucht nach Neuseeland eingeschleppt. Auf den Inseln haben die kleinen Tiere keine natürlichen Feinde und konnten sich aufgrund dessen ungestört ausbreiten. Durch das reichliche Nahrungsangebot haben sie ihr Verhalten geändert und plündern massenhaft Vogelnester. Rund 50 Millionen wilde Possum sind dafür verantwortlich, dass ganze Landstriche verwüstet sind. Die Schäden der Inselvegetation sind immens. Auch der Kiwi, das Nationalsymbol Neuseelands, wird durch das Possum bedroht.

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Der Kiwi

Kiwis sind Vögel, die nachtaktiv sind und nur noch kleine Stummelflügel besitzen, weswegen sie nicht fliegen können. Sie haben riesige, starke Füße, mit denen sie Brutlöcher in die Erde graben, um dort ihre Eier abzulegen. Da der Kiwi auf dem Boden lebt, bilden die Eier eine willkommene Nahrungsabwechslung für Possums und andere eingeschleppte Arten. Dazu gehört auch die Ratte, die durch Einwanderer vor mehreren Hundert Jahren den Weg nach Neuseeland fand. Ihr sind bereits mehr als 20 Vogelarten zum Opfer gefallen. Ein weiteres Beispiel bilden die Marder, die die zuvor eingeschleppte Kaninchenplage eindämmen sollten, wobei für den Marder aber Vögel die leichtere Beute darstellten.
Viele Neuseeländer brachten Tiere zum Vergnügen mit auf die Inseln, zum Beispiel Jagdwild, weil die Tradition der Heimat auch in der Ferne fortgesetzt werden sollte. So kam der Hirsch nach Neuseeland, der im Wald Nahrung im Überfluss fand und keine Konkurrenz fürchten musste. Sie fraßen weite Gebiete kahl und wichen anschließend in die Berge aus. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es ein regelrechtes Massaker an den Hirschen, da sie große Teile der Vegetation verwüstet hatten.

Die Einwanderer haben also innerhalb von wenigen Jahrzehnten eine Welt in Gefahr gebracht, die sich über Millionen von Jahren entwickelt hatte. Neuseeland Tiere standen den eingeschleppten Arten meist hilflos gegenüber.

Das Wissen um die Geschichte Neuseelands und das Engagement für den Artenschutz ist eine wichtige Grundlage für Fremde, die Kultur besser zu verstehen. Es gibt verschiedene Sprüche, die die Abneigung der Menschen zum Beispiel gegenüber Possums ausdrücken: “Save a tree, eat a possum” ist einer davon. Außerdem gilt es mehr oder weniger unausgesprochenes Gesetzt unter den Menschen, ein Possum zu überfahren, sollte es auf der Straße den Weg eines Autos kreuzen.

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Das Possum

An der Westküste der Südinsel Neuseelands gibt es ein Museum, dessen Besitzer sich mit der Wildjagd und der Jagd nach Possums auseinander setzt. Er schießt die Tiere nicht nur selbst, sondern fertigt aus ihnen Fleischpasteten, Kleidungsstücke und andere “Souveniers”.

Er hat schon mehrfach Post erhalten, unter anderem von Politikern, die ihm ihre Unterstützung zusagen. Das beste Beispiel des Aufkommens von Missverständnissen durch Nichtwissen bildet dabei ein Brief, den eine junge US-Amerikanerin geschrieben hat:

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Possum Pete, der Besitzer des Museums, hat es sich nicht nehmen lassen, eine Antwort zu formulieren:

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Eine weitere wichtige Rolle für die Neuseeländer spielen die Kauri-Bäume. Sie sind die größten in Neuseeland wachsenden Bäume und werden von den Maori als heilig verehrt. Tane Mahuta, der Herr des Waldes und Te Matua Ngahere, der Vater des Waldes, haben auch in der Religion der Maori eine wichtige Stellung inne.

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Tane Mahuta

Die Wälder, in denen diese riesigen Bäume wachsen, stehen unter besonderem Schutz. Besucher werden an den Anfängen der Wanderwege dazu aufgefordert, ihre Wanderschuhe zu säubern, damit keine fremden Sporen eingeschleppt werden, die den Bäumen schaden könnten.

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Wasserspender zum Reinigen der Schuhe

Außerdem werden die Wanderer durch Schilder an den Wegen darüber aufgeklärt, dass die Wurzeln der Kauri-Bäume sehr nahe an der Oberfläche wachsen und es dadurch unabdinglich ist, auf den Wanderwegen zu bleiben, weil sonst die Wurzeln zerstört werden könnten und die Bäume absterben oder irgendwann einfach umfallen.

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Fragen zum Text:

Ist es verwerflich, die Produkte, die aus den Possums hergestellt werden, so öffentlich zu vermarkten?
Seht ihr ein Problem in der Stellung der Bäume im Vergleich zum “nicht lebenswürdigen” Possum?

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